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Rezept zum "Reichweite runterfahren": Bezahlinhalte

Den Beiträgen von Stefan Niggemeier und Christian Stöcker zum Thema “Paid Content” ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Außer vielleicht von einem Verleger wie Urs Gossweiler, der die Schweizer Jungfrau-Zeitung herausgibt.

Paid Content – Interview mit Urs Gossweiler from Günter Bartsch on Vimeo.

Ein paar Zitate aus dem Gespräch:

„Von was leben wir seit 500 Jahren bei der Zeitung? Wir leben davon, dass unsere Leserinnen und Leser ihre Aufmerksamkeit uns und unseren Inserenten schenken. Und das ist ein hoher Preis, den sie da bezahlen.“

„Die Abonnenentengebühr reicht für Druckerschwärzer, für Papier und für den Postboten. (…) Die Redaktion war immer rein durch die Werbung finanziert. Jetzt im Online brauche ich kein Papier, keinen Postenboten und keine Druckerschwärze. Der Nutzer macht das selber und trägt dafür die Kosten. Also stehen die Informationen kostenlos zur Verfügung – so wie es auf dem Datenträger Papier immer schon war.“

„Wir sollten die Leute, die uns ihre Zeit schenken, nicht abweisen und sagen: In Zukunft darfst Du Deine Zeit nur investieren, wenn Du dafür noch Geld bezahlst.“

„Unsere Reichweitenzuwächse online sind wesentlich größer als die Verluste auf Papier.“

„In der Schweiz haben die Zeitungen in der gegenwärtigen Krise zwischen 20 und 30 Prozent Rückgang. Die Jungfrau-Zeitung hat im Moment, Stand Ende November, ein halbes Prozent Rückgang. Grund ist, dass wir unsere Anzeigen zu einem Fixpreis multimedial verkaufen. (…) Wenn wir jetzt mit Bezahlcontent anfangen, dann schwächen wir zwei Kanäle, nämlich Web und Mobile. Und das hätte dramatische Auswirkungen auf die Werbeerträge. Ich begreife nicht, dass sich Verleger so viele Gedanken darüber machen, wie sie die Reichweite runterfahren, Aufmerksamkeit rausschmeißen und Kunden verlieren können.“

7. Januar 2010, 12:47

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